Ein belastbarer Übersetzungsablauf beginnt nicht mit dem ersten Satz, sondern mit der Prüfung des Auftrags. Sprachkombination, Zielmarkt, Dokumenttyp, Dateiformat, Verwendungszweck und Termin bestimmen, welche Fachkräfte, Werkzeuge und Kontrollen nötig sind. LinguaVox plant kurze Einzeldokumente anders als technische Serien, mehrsprachige Websites oder regulierte Unterlagen. Der folgende Ablauf beschreibt die typischen Schritte. Einzelne Projekte können zusätzliche Freigaben, Layoutarbeiten oder behördliche Formalitäten benötigen.
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1. Anfrage und Sichtung der Unterlagen
Für die erste Prüfung benötigt LinguaVox möglichst die Originaldateien. Screenshots oder eine ungefähre Seitenzahl reichen bei komplexen Formaten nicht aus. Das Projektmanagement kontrolliert Sprache, Umfang, Lesbarkeit, eingebettete Inhalte, Dateityp und mögliche Besonderheiten. Bei offiziellen Dokumenten werden Land und empfangende Stelle erfragt. Bei Webseiten oder Software sind Exportformat, CMS, Zeichenlimits und Testmöglichkeiten wichtig. Fehlende Seiten oder beschädigte Dateien werden vor der Kalkulation angesprochen.
2. Leistungsumfang und Angebot
Das Angebot hält fest, welche Dateien und Sprachen enthalten sind, ob Revision, Layout, Terminologiearbeit oder zusätzliche technische Prüfungen vorgesehen sind und in welchem Format geliefert wird. Auch Termin und Zahlungsbedingungen werden geklärt. Falls der Auftrag in Etappen geliefert werden soll, werden Meilensteine und Abhängigkeiten definiert. Ein klarer Umfang verhindert, dass eine Layoutrekonstruktion, Beglaubigung oder fachliche Prüfung stillschweigend als einfache Übersetzung behandelt wird.
3. Projektvorbereitung
Nach Beauftragung erhalten die Dateien eindeutige Namen und Versionen. Vorhandene Translation Memories, Glossare, Styleguides und Referenzmaterialien werden geprüft. Bei großen Projekten kann LinguaVox Dateien nach Sprache, Produktlinie oder Publikationskanal gliedern. Zugriffsrechte und Übertragungswege werden gemäß Datensicherheit und Vertraulichkeit festgelegt. Unklare Begriffe oder widersprüchliche Ausgangstexte werden in einer Fragenliste gesammelt.
4. Auswahl des Übersetzungsteams
Projektmanager wählen Übersetzer nach Zielsprache, Fachgebiet, Qualifikation, Erfahrung und technischer Eignung aus. Nicht jede Person eignet sich für jedes Format. Ein juristischer Vertrag, eine Maschinenanleitung, eine App und eine Marketingkampagne benötigen unterschiedliche Kompetenzen. Bei einer ISO-17100-Dienstleistung wird zusätzlich eine andere qualifizierte Fachkraft für die Revision eingeplant. Für mehrsprachige Aufträge werden gemeinsame Anweisungen und Terminologieregeln bereitgestellt.
5. Übersetzung und laufende Rückfragen
Der Übersetzer bearbeitet Bedeutung, Terminologie, Register, Zahlen, Eigennamen und formale Vorgaben. CAT-Tools können Segmente, Tags und Sprachressourcen verwalten. Sie ersetzen keine fachliche Entscheidung. Treten Unklarheiten auf, bündelt der Projektmanager die Fragen und stimmt sie mit dem Kunden ab. Antworten werden dokumentiert und, wenn sie mehrere Sprachen betreffen, an alle zuständigen Personen weitergegeben. So entstehen keine widersprüchlichen Einzellösungen.
6. Selbstprüfung und Revision
Nach der Übersetzung prüft der Übersetzer die eigene Arbeit gegen die Quelle. Bei einer vollständigen ISO-17100-Leistung folgt die Revision durch eine zweite qualifizierte Person. Sie vergleicht Ausgangs- und Zieltext und bewertet Inhalt, Fachterminologie, Stil und Zweck. Revision und Kontrolle erklärt die Unterschiede zwischen Revision, Lektorat, Korrektorat und interner Endkontrolle.
7. Automatische und technische Qualitätssicherung
QA-Profile können fehlende Segmente, Zahlenabweichungen, uneinheitliche Begriffe, falsche Tags und formale Probleme melden. Nicht jeder Warnhinweis ist ein Fehler, und nicht jeder Sinnfehler erzeugt eine Warnung. Deshalb werden Meldungen fachlich bewertet. Bei Word, Excel, PowerPoint, InDesign, XML, XLIFF oder Softwaredateien kommen formatspezifische Kontrollen hinzu. Qualitätssicherung und QA beschreibt diese Prüfungen ausführlicher.
8. Layout, Test und Endkontrolle
Wenn der Auftrag Desktop Publishing umfasst, werden Überläufe, Tabellen, Bildlegenden, Seitenverweise und Schriften kontrolliert. Bei Webseiten und Software kann eine Prüfung in der Zielumgebung erforderlich sein. Der Projektmanager verifiziert vor der Lieferung, ob alle Dateien, Sprachen und vereinbarten Leistungen vorhanden sind. Dateinamen, Ordnerstruktur und Version müssen zum Auftrag passen. Offene Fragen oder bekannte Einschränkungen werden nicht verschwiegen, sondern in der Lieferung vermerkt.
9. Lieferung und Kundenfeedback
Die Dateien werden über den vereinbarten Kanal bereitgestellt. Kundenkorrekturen werden darauf geprüft, ob sie sprachliche Präferenzen, neue Sachinformationen oder echte Fehler betreffen. Bestätigte Änderungen können in Glossare, Styleguides oder Translation Memories übernommen werden. Bei mehreren zusammengehörigen Dokumenten wird kontrolliert, ob eine Änderung weitere Dateien oder Sprachen betrifft. Dadurch bleibt die Korrektur nicht auf eine einzelne Fundstelle beschränkt.
10. Aktualisierung und Folgeprojekte
Viele Übersetzungen werden später aktualisiert. Neue Produktversionen, Gesetzesänderungen oder Website-Releases sollten nicht als vollständig neues Projekt behandelt werden, wenn freigegebene Ressourcen vorliegen. Gleichzeitig darf ein alter Translation-Memory-Treffer nicht ungeprüft übernommen werden. LinguaVox vergleicht Versionen, kennzeichnet Änderungen und führt nur bestätigte Terminologie weiter. Die Qualitätsnormen ISO 9001 und ISO 17100 geben den organisatorischen und fachlichen Rahmen.
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Häufige Fragen zu Arbeitsablauf für professionelle Übersetzungsprojekte
Welche Angaben benötigt LinguaVox für Arbeitsablauf?
Benötigt werden die Dateien, Ausgangs- und Zielsprachen, Zielmarkt, Verwendungszweck, Termin, Lieferformat und gewünschte Zusatzleistungen wie Revision oder Layout. Automatische Prüfungen ergänzen die fachliche Kontrolle, ersetzen sie aber nicht.
Wird jede Übersetzung von einer zweiten Person geprüft?
Bei einer vollständigen ISO-17100-Dienstleistung ist eine unabhängige Revision vorgesehen. Bei anderen Leistungsarten wird der vereinbarte Prüfungsumfang im Angebot festgelegt. Werkzeuge werden nach Dateiformat, Sicherheitsanforderungen und Qualitätsziel ausgewählt. Der zuständige Projektmanager prüft dazu Dateien, Sprachkombination, Termin und Verwendungszweck.
Wie werden Rückfragen während der Übersetzung behandelt?
Der Projektmanager bündelt Fragen, stimmt sie mit dem Kunden ab und verteilt relevante Antworten an alle beteiligten Sprach- und Fachkräfte. Freigaben und Terminologie bleiben für spätere Aktualisierungen dokumentiert.
Können Websites oder Software nach der Übersetzung getestet werden?
Ja, wenn Zugang, Testumgebung und Umfang vereinbart sind. Darstellung, Zeichenlimits, Links, Variablen und funktionale Probleme können dann kontrolliert werden. Kundenseitige Systeme und Austauschformate können in den Workflow einbezogen werden.
Wie werden spätere Aktualisierungen bearbeitet?
Vorhandene Versionen, Translation Memories und Terminologie werden geprüft. Neue und geänderte Inhalte werden identifiziert und in den bestehenden Freigabeprozess eingeordnet. Der konkrete Einsatz wird vor Projektbeginn transparent festgelegt.
ISO 9001
ISO 17100
ISO 18587